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● Shopware für Händler

Shopware oder Shopify: der Unterschied für kleine Händler

Shopify ist eine Plattform im Monatsabo, Shopware eine eigene Installation. Der Vergleich von Kosten, Anpassbarkeit, Daten und Wechsel für kleine Shops.

GrundlagenStand

Shopify ist eine Plattform: Du zahlst ein Monatsabo, Shopify betreibt Server, Updates und Sicherheit. Shopware ist eine eigene Installation auf einem Server deiner Wahl, kostenlos in der Community Edition, aber jemand muss den Betrieb übernehmen.

Beide Systeme eignen sich für kleine Händler. Welches besser passt, hängt weniger von einzelnen Funktionen ab als davon, wie viel Technik du selbst verantworten willst, wie stark dein Shop vom Standard abweicht und wie wichtig dir die Kontrolle über Daten und Server ist.

Das Betriebsmodell

Bei Shopify mietest du einen Shop auf einer gemeinsamen Plattform. Du legst ein Konto an, wählst ein Theme und kannst am selben Tag Produkte einstellen. Hosting, Updates, SSL und Verfügbarkeit liegen bei Shopify. Du hast keinen Zugriff auf Server oder Datenbank, dafür musst du dich auch nicht darum kümmern.

Bei Shopware bekommst du eine Software, die auf einem Server läuft. Die Community Edition ist Open Source und kostenlos. Dein Shop hat eine eigene Datenbank, und du entscheidest, wo der Server steht. Dafür braucht es jemanden, der installiert, Updates einspielt, Backups prüft und bei Fehlern eingreift. Das kannst du selbst sein, ein Hoster mit Shopware-Erfahrung oder eine Agentur. Was Shopware im Detail ist, erklärt Was ist Shopware?.

Shopware und Shopify im Vergleich. Zwei Spalten in vier Zeilen. Shopware: eigene Installation mit Hosting nach Wahl, kostenlos bis zur Umsatzgrenze, Quellcode offen, Daten auf deinem Server. Shopify: Plattform mit Betrieb bei Shopify, Monatsabo, Anpassung über Apps und Themes, Daten bei Shopify.

Kosten und Gebühren

Shopify kostet in Deutschland laut Preisseite (Stand 30.09.2026):

Tarif monatliche Zahlung jährliche Zahlung, pro Monat Online-Kreditkartengebühr Transaktionsgebühr bei externem Zahlungsanbieter
Basic 36 € 27 € 2,1 % + 0,30 € 2 %
Grow 105 € 79 € 1,8 % + 0,30 € 1 %
Advanced 384 € 289 € 1,6 % + 0,30 € 0,6 %

Die Kreditkartengebühr fällt für Kartenzahlungen über Shopifys eigene Zahlungsabwicklung an. Nutzt du einen externen Zahlungsanbieter, zahlst du dessen Gebühren und zusätzlich die Transaktionsgebühr an Shopify. Neue Shops starten mit drei Tagen kostenlos und danach 1 € pro Monat für drei Monate. Für große Händler gibt es Shopify Plus ab 2.100 € im Monat. Ob die Preise netto oder brutto gemeint sind, sagt die Preisseite nicht ausdrücklich.

Shopware kostet in der Community Edition nichts. Kosten entstehen für Hosting, Einrichtung, Betreuung und kostenpflichtige Erweiterungen aus dem Shopware Store. Eine Gebühr pro Bestellung verlangt Shopware nicht. Erst wenn dein Shop mehr als 1 Mio. € GMV im Jahr erreicht, ist laut Fair Usage Policy ein Plan nötig, Rise ab 600 € im Monat zzgl. MwSt. Mehr dazu unter Shopware Fair Usage Policy.

Ein Rechenbeispiel: Ein Shop im Basic-Tarif mit monatlicher Zahlung verkauft 3.000 € im Monat und rechnet Zahlungen über einen externen Anbieter ab. Zum Abo von 36 € kommen 2 % Transaktionsgebühr, also 60 €, dazu die Gebühren des Zahlungsanbieters. Bei Shopware fallen die Gebühren des Zahlungsanbieters genauso an, die Transaktionsgebühr nicht, dafür aber Kosten für Hosting und Betreuung. Was PayPal, Stripe und Lastschrift pro Bestellung kosten, steht unter Was PayPal, Stripe und Lastschrift kosten.

Anpassbarkeit

Shopify passt du über Themes, den Theme-Editor, den Theme-Code in der Vorlagensprache Liquid und Apps aus dem Shopify App Store an. Für die meisten Shops reicht das. Den Kern der Plattform und die Serverumgebung änderst du nicht, du bewegst dich innerhalb dessen, was die Plattform erlaubt.

Bei Shopware ist der Quellcode offen. Plugins, Apps und eigene Entwicklungen können fast jeden Teil verändern, vom Layout über den Bestellablauf bis zu Preisregeln. Der Shopware-Kern bringt zum Beispiel Kundengruppen mit, sodass Geschäftskunden andere Preise sehen können als Endkunden. Die Kehrseite: Je mehr du anpasst, desto mehr musst du bei Updates prüfen.

Daten und Wechsel

Bei Shopify liegen deine Daten auf der Plattform. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich als CSV exportieren. Die Produktbilder sind laut Shopify-Hilfe aber nicht in der Produktdatei enthalten und müssen für einen Import erreichbar bleiben.

Bei Shopware liegen die Daten in deiner eigenen Datenbank. Du kannst sie komplett sichern und auf einen anderen Server umziehen, ohne das System zu wechseln. Wie ein Wechsel von Shopify zu einem anderen System abläuft, zeigt Umzug von Shopify, Wix oder Etsy.

Apps und Erweiterungen

Beide Systeme haben einen eigenen Marktplatz für Erweiterungen: den Shopify App Store und den Shopware Store. Bei beiden gibt es kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen, viele davon im Monatsabo. Achte bei beiden darauf, dass Erweiterungen für den deutschen Markt passen, etwa bei Rechtstexten, Zahlungsarten und Versanddienstleistern.

Für wen was passt

Shopify passt eher, wenn

  • du schnell und ohne Dienstleister starten willst,
  • du mit einem Standard-Theme und Apps auskommst,
  • du dich nie um Server und Updates kümmern willst,
  • du die Zahlungsabwicklung von Shopify nutzt und die Gebühren dazu kennst.

Shopware passt eher, wenn

  • du keine Transaktionsgebühren an die Plattform zahlen willst,
  • dein Shop vom Standard abweicht, etwa bei B2B-Preisen, Konfiguratoren oder Warenwirtschaft,
  • dir Server in Deutschland und eine eigene Datenbank wichtig sind,
  • du jemanden hast, der den Betrieb übernimmt, oder den Betrieb abgeben willst.

Shopware ohne eigenen Betrieb

Der größte Aufwand bei Shopware ist der Betrieb. Beim Mietshop übernehmen wir Einrichtung, Hosting in Deutschland, Backups und automatische Minor-Updates für 39, 199 oder 349 € netto im Monat, ohne Gebühr pro Bestellung. Domain, Shopware-Account und Daten laufen auf deinen Namen. Welche Wege es neben Mieten noch gibt, vergleicht Onlineshop mieten, bauen lassen oder Baukasten, die Tarife stehen auf Onlineshop mieten.

Quellen und Stand

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