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● Shopware für Händler

Shopware, WooCommerce und Shopify im Kostenvergleich

Shopware, WooCommerce und Shopify im Vergleich: Lizenz, Gebühren, Betrieb, Daten und Recht, mit Rechenbeispiel bei 3.000 € Umsatz im Monat.

GrundlagenStand

Für kleine und mittlere Händler in Deutschland, die ihre Daten selbst behalten, ohne Provision an die Plattform wachsen und mit deutschem Recht arbeiten wollen, passt Shopware am besten, sofern jemand den Betrieb übernimmt. Wer nur einen kleinen Shop mit rund 20 Produkten will und sich nicht um Technik kümmern möchte, ist mit Shopify gut bedient.

Die Schwächen aller drei Systeme stehen unten, auch die von Shopware.

Vergleichskriterien

Sieben Kriterien tragen bei kleinen Händlern die Entscheidung. Das Gewicht legst du selbst fest: Wer nie Technik anfassen will, gewichtet den Betrieb hoch, wer viele Bestellungen erwartet, die Gebühren.

Lizenz

Shopware Community Edition und das WooCommerce-Plugin sind kostenlos und Open Source. Shopify ist ein Abo, Basic kostet 36 € im Monat (27 € bei jährlicher Zahlung). Bei Shopware gilt: Über 1 Mio. € GMV im Jahr brauchst du laut Fair Usage Policy einen Plan (Rise, Evolve oder Beyond, Rise ab 600 € netto im Monat), sonst kann Shopware den Zugang zu Account und Store einschränken. Die Software bleibt MIT-lizenziert. Details in Shopware Fair Usage Policy.

Laufende Kosten

Bei Shopware und WooCommerce zahlst du Hosting, Betreuung und Erweiterungen. Bei Shopify das Abo und Apps, Grow kostet 105 €, Advanced 384 € im Monat. Als Preisanker für WooCommerce: die Erweiterung Subscriptions kostet 244 € im Jahr.

Transaktionsgebühren

Shopware und WooCommerce nehmen keine Gebühr pro Bestellung für die Plattform. Bei WooPayments fallen 1,5 % + 0,25 € pro Kartenzahlung an, dazu 19 % Umsatzsteuer auf die Gebühren, sofern keine gültige USt-IdNr. vorliegt (dann Reverse Charge, keine Umsatzsteuer). Shopify verlangt bei externen Zahlungsanbietern 2 % (Basic), bei Shopify-Karten 2,1 % + 0,30 €.

Hosting und Betrieb

Shopify betreibt die Technik. Bei Shopware und WooCommerce brauchst du einen Hoster und jemanden für Updates und Sicherheit. Bei Shopware kannst du den Betrieb mieten.

Anpassbarkeit und Erweiterungen

Shopify-Themes bestehen aus der Template-Sprache Liquid, dazu kommen Apps. Den Kern der Plattform änderst du nicht. Shopware und WooCommerce haben offenen Quellcode, du kannst also auch in den Kern eingreifen, mit dem Preis höherer Update-Pflege.

Datenhoheit und Wechsel

Bei Shopware und WooCommerce liegen die Daten in deiner Datenbank auf einem Server deiner Wahl. Bei Shopify liegen sie bei der Plattform, Produkte lassen sich als CSV exportieren.

Recht und Rechnungsstellung in Deutschland

Alle drei brauchen für deutsche Pflichten (Widerruf, Impressum, Rechtstexte) eigene Texte von einem Rechtstexte-Dienst oder Anwalt, ein System nimmt dir das nicht ab. Einen belegten Vorsprung eines Systems gibt es hier nicht. Nur der Serverstandort ist bei Shopware und WooCommerce frei wählbar.

Vergleichstabelle

Kriterium Shopware WooCommerce Shopify
Lizenz kostenlos, Open Source kostenlos, Open Source (auf WordPress) Abo ab 36 € im Monat
Plan-Pflicht über 1 Mio. € GMV im Jahr nein Abo von Anfang an
Gebühr pro Bestellung an die Plattform nein nein 2 % bei Fremdanbietern (Basic)
Betrieb selbst oder Mietshop selbst (Hoster) durch Shopify
Anpassung Quellcode offen Quellcode offen Themes, Liquid, Apps
Daten eigene Datenbank eigene Datenbank bei Shopify, CSV-Export
Recht eigene Texte nötig eigene Texte nötig eigene Texte nötig

Kostenrechnung: 3.000 € Umsatz im Monat

Annahmen: 3.000 € Umsatz im Monat, durchschnittlich 50 € pro Bestellung, also 60 Bestellungen, alle mit Standardkarte. Ein Anbieter mit Stripe-Sätzen (1,5 % + 0,25 €, EWR-Standardkarten) kostet 3.000 € × 1,5 % = 45 € plus 60 × 0,25 € = 15 €, zusammen 60 €.

  • Shopify Basic mit Shopify-Karten: 36 € Abo, dazu 3.000 € × 2,1 % = 63 € plus 60 × 0,30 € = 18 €. Summe 117 € im Monat.
  • Shopify Basic mit externem Anbieter: 36 € Abo, 60 € Anbietergebühr, 2 % Transaktionsgebühr an Shopify (60 €). Summe 156 € im Monat.
  • WooCommerce mit WooPayments: 60 € netto Gebühren, ohne gültige USt-IdNr. zuzüglich 19 % Umsatzsteuer (11,40 €), mit gültiger USt-IdNr. keine Umsatzsteuer (Reverse Charge). Dazu Hosting, Betreuung und Erweiterungen, deren Höhe vom Hoster und den Erweiterungen abhängt und hier nicht beziffert wird.
  • Shopware als Mietshop Basis: 39 € netto im Monat, Hosting in Deutschland, Einrichtung und Backups enthalten, automatische Minor-Updates (Major-Updates ab Business), keine Einrichtungsgebühr, monatlich kündbar. Dazu 60 € Zahlungsgebühren, Summe 99 €. Der Tarif richtet PayPal, Vorkasse und Rechnung ein. Mit PayPal (2,99 % + 0,39 €) lägen die Gebühren bei 89,70 € + 23,40 € = 113,10 €, die Summe bei 152,10 €. Einen Kartenanbieter mit den angenommenen Sätzen klärst du vorab mit uns.

Die Summen sind nur bedingt vergleichbar: Der Mietshop rechnet netto, die Shopify-Preisseite sagt nicht, ob ihre Preise brutto oder netto gelten (Abruf 30.09.2026). Nicht enthalten sind Rechtstexte, Domain, Versand, Werbung und deine Zeit. Wie die Zahlungsanbieter abrechnen, steht in Was PayPal, Stripe und Lastschrift kosten, weitere Posten in Was kostet ein Onlineshop im Monat.

Vorteile und Nachteile

Shopware

  • Vorteile: keine Gebühr pro Bestellung an die Plattform, offener Quellcode, eigene Datenbank, Serverstandort frei wählbar.
  • Nachteile: eigener Betrieb nötig, Hosting und Betreuung kosten Geld, der Erweiterungsmarkt gilt als kleiner als bei Shopify (Einschätzung, ohne Zahl), die Einarbeitung ist länger, über 1 Mio. € GMV im Jahr wird ein Plan nötig.

WooCommerce

  • Vorteile: kostenlos und Open Source, über 7 Millionen aktive Installationen, WordPress-Inhalte, Blog und Shop in einem System, eigene Daten.
  • Nachteile: läuft als Plugin auf WordPress, du pflegst also beides. Updates, Sicherheit und Performance liegen bei dir. Viele Funktionen kommen erst durch Erweiterungen mit Lizenzkosten.

Shopify

  • Vorteile: schnell startklar, Betrieb und Sicherheit durch Shopify, großer App-Markt.
  • Nachteile: Abo plus Transaktionsgebühr bei Fremdanbietern, Daten und Server bei der Plattform, Kern nicht veränderbar, Apps meist im Abo.

Fazit

Die Empfehlung folgt aus den Kriterien oben:

  • Datenhoheit und Wachstum ohne Provision: Shopware. Es gibt keine Gebühr pro Bestellung an die Plattform, die Daten liegen in deiner Datenbank, der Server kann in Deutschland stehen. Beim Rechtsrahmen sind alle drei gleich, dort entscheidet deine eigene Sorgfalt.
  • Du hast schon eine WordPress-Seite und kennst dich mit dem Betrieb aus: WooCommerce ist eine sinnvolle Option, sofern Updates und Sicherheit bei dir gut aufgehoben sind.
  • Ein Shop mit rund 20 Produkten, null Technikinteresse, schneller Start: Shopify. Dort zahlst du Abo und Gebühren und musst dich um nichts kümmern. Wenn du später mehr Kontrolle willst, hilft Umzug von Shopify, Wix oder Etsy.

Der Mietshop schließt genau die Lücke bei Shopware: Wir richten Shopware ein und betreiben es für dich, ab 39 € netto im Monat, Hosting in Deutschland bei Timme, Domain und Daten auf deinen Namen. Welche Wege es außerdem gibt, zeigt Onlineshop mieten, bauen lassen oder Baukasten, die Tarife stehen auf Onlineshop mieten. Den Zweiervergleich findest du in Shopware oder Shopify.

Quellen und Stand

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