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● Zahlung und Versand

Welche Zahlungsarten brauche ich für den Start?

Für den Start reichen PayPal, Vorkasse, Kreditkarte und Kauf auf Rechnung mit klaren Grenzen. Was jede Zahlart kostet und wann Lastschrift dazukommt.

GrundlagenStand

Für den Start braucht dein Shop PayPal, Vorkasse per Überweisung und Kreditkarte, dazu Kauf auf Rechnung mit klaren Grenzen. Damit findet fast jeder Käufer eine Zahlart, die er kennt, und du hältst Kosten und Aufwand klein.

Warum die Auswahl zählt

In einer Befragung von trbo aus dem Jahr 2014 nannten 53 % der Teilnehmer eine fehlende passende Zahlmethode als Grund für einen Kaufabbruch. Häufiger genannt wurden nur zu hohe Versandkosten mit 57 %. Die Zahlen sind alt. Unsere Einschätzung dazu: Wer seit Jahren mit PayPal bezahlt, legt für einen unbekannten Shop ungern ein neues Konto an.

Eine lange Liste hilft trotzdem nicht. Jede Zahlart ist ein eigener Vertrag, eine eigene Abrechnung und eine weitere Stelle, an der etwas schiefgehen kann. Zehn Logos im Checkout machen die Seite unübersichtlich. Besser sind wenige Zahlarten, die sicher funktionieren. Wie du den Checkout insgesamt schlank hältst, steht in der Checkliste Warenkorbabbrüche senken.

Der Minimal-Satz für den Start

PayPal

Viele Käufer haben ein PayPal-Konto und zahlen mit wenigen Klicks. Du brauchst ein PayPal-Geschäftskonto und verbindest es mit dem Shop. Laut PayPal-Preisseite (Stand 7. September 2026) kostet eine Inlandszahlung 2,99 % plus 0,39 €. Was das bei einer typischen Bestellung ausmacht, rechnet der Eintrag Was PayPal, Stripe und Lastschrift kosten vor.

Vorkasse per Überweisung

Der Kunde überweist, du versendest nach Zahlungseingang. Es fällt keine Gebühr eines Zahlungsanbieters an, und du trägst kein Ausfallrisiko. Der Nachteil: Die Ware geht erst raus, wenn das Geld auf deinem Konto ist. Manchen Kunden dauert das zu lange. Als zusätzliche Option lohnt sich Vorkasse trotzdem, weil sie nichts kostet und jeder sie kennt.

Kreditkarte

Für Käufer ohne PayPal-Konto ist die Karte die naheliegende Wahl, ebenso für Käufer aus dem Ausland. Kartenzahlung läuft über einen Zahlungsanbieter wie Stripe oder über PayPal. Stripe nennt für Standardkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) 1,5 % plus 0,25 € je Zahlung, PayPal für Kartenzahlungen 2,99 % plus 0,39 €.

Kauf auf Rechnung

Viele Käufer zahlen am liebsten, nachdem die Ware angekommen ist. Für dich heißt das: Du lieferst, bevor du Geld hast. Bleibt eine Rechnung offen, musst du mahnen, und im schlechtesten Fall fällt der Betrag aus. Es gibt zwei Wege:

  • Rechnung selbst abwickeln: keine Gebühr, das volle Ausfallrisiko liegt bei dir. Für Stammkunden und kleine Beträge vertretbar.
  • Rechnung über einen Anbieter: Der Anbieter prüft den Käufer und zahlt dir den Betrag aus. Wer bei einem Zahlungsausfall haftet, regelt der Vertrag mit dem Anbieter, lies das vor dem Start. PayPal bietet Rechnungskauf mit Ratepay zum selben Satz wie PayPal-Zahlungen an, also 2,99 % plus 0,39 €.

Lastschrift als Ergänzung

Bei der SEPA-Lastschrift zieht der Zahlungsanbieter den Betrag vom Konto des Kunden ein. PayPal und Stripe verlangen dafür laut ihren Preisseiten 0,35 € pro Transaktion, unabhängig vom Betrag. Bei höheren Warenkörben ist das deutlich günstiger als Karte oder PayPal. Der Haken: Der Kunde kann eine Lastschrift über seine Bank zurückgeben. Du versendest also, bevor das Geld endgültig sicher ist. Für Stammkunden und wiederkehrende Bestellungen ist die Lastschrift gut geeignet.

Welche Kombination zu welchem Shop passt

  • Kleines Sortiment für Endkunden: PayPal, Vorkasse und Rechnung für Bestandskunden. Das ist der schnellste Start.
  • Viele Erstkäufer oder Kunden im Ausland: zusätzlich Kreditkarte über einen Zahlungsanbieter.
  • Höhere Warenkörbe: Lastschrift oder Rechnung über einen Anbieter (Haftung vorher im Vertrag klären), weil ein Ausfall hier mehr kostet und die feste Lastschriftgebühr im Verhältnis sinkt.
  • Ratenzahlung wie Klarna: erst dann, wenn Käufer danach fragen oder die Warenkörbe hoch sind. Über Stripe kostet Klarna laut Preisseite ab 2,99 % plus 0,35 €.

Zahlungsarten für Geschäftskunden

Verkaufst du an Firmen (B2B, Business to Business), ist die Rechnung mit Zahlungsziel Standard. Der Einkäufer bestellt, die Buchhaltung zahlt später per Überweisung. PayPal spielt hier eine kleinere Rolle. Sinnvoll sind Rechnung mit Zahlungsziel für bekannte Kunden, Vorkasse für neue Kunden und Lastschrift für Kunden, die regelmäßig bestellen. Das Zahlungsziel legst du selbst fest und schreibst es auf jede Rechnung.

Was du dafür einrichten musst

Jede Zahlart außer Vorkasse und eigener Rechnung braucht einen Vertrag mit einem Anbieter, etwa ein PayPal-Geschäftskonto oder ein Stripe-Konto. Der Anbieter prüft dein Unternehmen, bevor er Geld auszahlt. Plane diese Prüfung vor dem Start ein, damit der Shop nicht ohne Zahlart online geht.

Dazu kommt eine Pflicht aus § 312j BGB: Du musst spätestens bei Beginn des Bestellvorgangs klar und deutlich angeben, welche Zahlungsmittel du akzeptierst. Was sonst im Checkout stehen muss, erklärt Bestell-Button und Checkout. Ob du Kunden die Gebühren berechnen darfst, klärt Darf ich Kunden die Zahlungsgebühr berechnen?. Für Lastschrift, Überweisung und viele Karten ist das ausgeschlossen.

Beim Onlineshop mieten richtet der Basis-Tarif PayPal, Vorkasse und Rechnung ein. In Business und Premium kommen die Zahlungsarten deiner Wahl dazu, Premium enthält Rechnung mit Zahlungsziel und Lastschrift für Geschäftskunden. Den Vertrag mit dem Zahlungsanbieter schließt du selbst. Was die Tarife sonst enthalten, steht unter Was ist im Mietshop enthalten?.

Quellen und Stand

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