ChecklisteStand
Einen Onlineshop startest du in zehn Schritten: erst Sortiment, Gewerbe und Shop-Weg klären, dann Rechtstexte, Domain, Zahlungsarten, Produkte und Versand einrichten, zum Schluss eine Testbestellung machen und live gehen. Die Reihenfolge ist wichtig, weil spätere Schritte auf früheren aufbauen: Ohne Gewerbeanmeldung oder Steuernummer stockt die Freischaltung bei Zahlungsanbietern, ohne Versandregeln kein korrekter Endpreis.
Phase 1: Vorbereitung
1. Idee und Sortiment festlegen
Was: Schreib auf, was du verkaufst, an wen und woher die Ware kommt. Ein kleines, gut beschriebenes Sortiment reicht für den Start.
Warum: Das Sortiment entscheidet, welche Versandarten, Zahlungsarten und Rechtstexte du brauchst. Wer Lebensmittel verkauft, hat andere Pflichten als jemand mit Handyhüllen.
Typischer Fehler: Mit dem ganzen Katalog starten wollen und nie fertig werden. Mehr dazu in Was lässt sich online gut verkaufen?
2. Gewerbe anmelden
Was: Beim Gewerbeamt deiner Gemeinde anmelden, danach füllst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER aus.
Warum: Zahlungsanbieter, Großhändler und Versanddienstleister verlangen in der Regel eine Gewerbeanmeldung oder Steuernummer. Ob du ein Gewerbe brauchst, klärt Brauche ich ein Gewerbe für meinen Onlineshop?
Typischer Fehler: Die Frage nach der Kleinunternehmerregelung im Fragebogen nebenbei ankreuzen. Sie bestimmt, wie deine Preise im Shop aussehen, siehe Kleinunternehmer und Onlineshop.
3. Shop-Weg wählen
Was: Entscheiden, ob du einen Baukasten nutzt, einen Shop mietest oder ihn von einer Agentur bauen lässt.
Warum: Der Weg legt fest, wie viel du selbst einrichtest und was du jeden Monat zahlst. Den Vergleich findest du unter Mieten, bauen lassen oder Baukasten, die Kostenposten unter Was kostet ein Onlineshop im Monat?
Typischer Fehler: Nur auf den Monatspreis schauen und Zahlungsgebühren, Apps und die eigene Zeit vergessen.
Phase 2: Einrichtung
4. Rechtstexte beschaffen
Was: Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung von einem Anwalt oder einem Rechtstexte-Dienst holen.
Warum: Ohne diese Texte ist der Shop abmahnbar. Die vollständige Liste steht in der Rechtstexte-Checkliste, die Pflichtangaben im Impressum unter Impressum für Onlineshops.
Typischer Fehler: Texte aus einem anderen Shop kopieren. Die passen weder zu deinem Sortiment noch zu deinen Zahlungsarten.
5. Domain sichern
Was: Eine Domain auf deinen Namen registrieren, kurz, gut zu buchstabieren, ohne Umlaute.
Warum: Die Domain nimmst du bei jedem späteren Wechsel mit. Läuft sie auf den Anbieter, hängst du an ihm.
Typischer Fehler: Die Domain über den Shop-Anbieter auf dessen Namen registrieren lassen.
6. Zahlungsarten einrichten
Was: Verträge mit den Zahlungsanbietern schließen und die Zahlungsarten im Shop anbinden. Für den Start reichen meist PayPal, Vorkasse und Rechnung, so startet auch der Basis-Tarif im Mietshop.
Warum: Fehlt die Lieblingszahlart, kaufen Kunden woanders. Welche du brauchst, steht unter Welche Zahlungsarten brauche ich?
Typischer Fehler: Die Freischaltung beim Anbieter zu spät beantragen. Die Prüfung deines Kontos dauert, und bis dahin kannst du keine Zahlung annehmen.
7. Produkte anlegen
Was: Je Produkt Titel, Beschreibung, Fotos, Preis inklusive Steuer, Lieferzeit und Varianten pflegen.
Warum: Die Produktseite ersetzt das Verkaufsgespräch. Was darauf gehört, zeigt Die perfekte Produktseite.
Typischer Fehler: Herstellertexte übernehmen. Dieselben Sätze stehen dann in vielen anderen Shops.
8. Versand einrichten
Was: Versanddienstleister wählen, Versandkosten festlegen und Verpackungen beim Verpackungsregister LUCID registrieren.
Warum: Versandkosten sind Teil des Endpreises und müssen vor der Bestellung sichtbar sein. Die Pflichten zum Verpackungsgesetz stehen unter Verpackungsgesetz und LUCID.
Typischer Fehler: Die LUCID-Registrierung vergessen, weil der Versanddienstleister sie nicht übernimmt.
Phase 3: Verkauf
9. Testbestellung machen
Was: Eine echte Bestellung mit echtem Geld auslösen, jede Zahlungsart einmal. Danach Mails, Rechnung, Widerruf und Erstattung durchspielen.
Warum: Erst der Test zeigt, ob der Bestell-Button richtig beschriftet ist, die Bestätigungsmail ankommt und das Geld auf deinem Konto landet. Die Pflichten im Checkout stehen unter Bestell-Button und Checkout.
Typischer Fehler: Nur im Testmodus des Zahlungsanbieters bestellen. Der Live-Modus braucht eigene Zugangsdaten.
10. Start
Was: Shop freischalten, Domain umstellen, den ersten Kunden Bescheid sagen, zum Beispiel per Mail, Social Media oder im Laden.
Warum: Ein neuer Shop hat anfangs kaum Besucher aus Google. Die ersten Bestellungen kommen meist aus deinem eigenen Umfeld.
Typischer Fehler: Auf den perfekten Moment warten. Fehler in Texten und Fotos findest du schneller, wenn echte Kunden im Shop sind.
Was der Mietshop abnimmt
Beim Onlineshop mieten installieren und hosten wir Shopware, richten Steuern, Versand und Zahlungsarten ein, importieren deine Produkte aus einer CSV-Vorlage und legen die Rechtsseiten an. Die Texte selbst kommen von dir oder deinem Rechtstexte-Dienst, wir binden sie an den richtigen Stellen ein. Bei dir bleiben Sortiment, Gewerbe, die Verträge mit den Zahlungsanbietern, die Domain auf deinen Namen und der Start. Was genau enthalten ist, steht unter Was ist im Mietshop enthalten?